Series-A

allO sammelt 14 Millionen US-Dollar ein und will mit KI-Mitarbeitern die Restaurantbranche transformieren

Mehr als 1.000 Restaurantstandorte nutzen bereits die Software von allO. Nach einer Series-A-Finanzierung über 14 Millionen US-Dollar setzt das Unternehmen nun auf autonome KI-Agenten.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 27. Mai 2026

Das Münchner FoodTech allO hat eine Series-A-Finanzierung über 14 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine KI-native Plattform für Restaurants weiterentwickeln und digitale KI-Mitarbeiter europaweit ausrollen.

14 Millionen US-Dollar für die nächste Wachstumsphase

Die Finanzierungsrunde wird vom US-Investor Zigg Capital angeführt. Darüber hinaus beteiligen sich die neuen Investoren LifeX Ventures, Aperture und Wecken & Cie. sowie die bestehenden Geldgeber 20VC und Keen Venture Partners. Zu den Business Angels zählen unter anderem Marley-Spoon-Mitgründer Fabian Siegel, Fintech-Investor Mark Ransford sowie Ludwig Fuchs, Gründer von Realtime Technology AG.

Mit dem frischen Kapital will allO seine Expansion in Europa vorantreiben und die Entwicklung einer neuen Generation KI-gestützter Restaurantsoftware beschleunigen.

Vom Scan-to-Order-Tool zur KI-Plattform

allO wurde Ende 2020 von Cancan Liu, Teodor Rupi und Benedikt von Lewinski gegründet. Ursprünglich entwickelte das Unternehmen während der Pandemie eine Scan-to-Order-Lösung für Restaurants.

Schnell erkannte das Gründerteam jedoch, dass nicht der Bestellprozess selbst das zentrale Problem darstellt, sondern die oftmals veraltete und fragmentierte Softwarelandschaft in der Gastronomie. Daraufhin entwickelte allO eine integrierte Plattform, die Kassensysteme, Zahlungsabwicklung, Reservierungen, Lieferdienste, Webshops und Backoffice-Prozesse in einem System zusammenführt.

Heute nutzen mehr als 1.000 Restaurantstandorte in Deutschland die Software. Seit der Seed-Runde im Jahr 2024 stieg die Zahl der Standorte um das Sechsfache, während der Umsatz um das 3,5-Fache wuchs. Rund 30 Prozent der Neukunden kommen mittlerweile über Empfehlungen bestehender Kunden.

KI-Mitarbeiter statt weiterer Software

Mit der Finanzierungsrunde stellt allO zugleich seinen ersten digitalen KI-Mitarbeiter vor: den Reservation and Ordering Agent. Der sprachbasierte Assistent beantwortet eingehende Anrufe, nimmt Reservierungen entgegen und verarbeitet Take-away-Bestellungen automatisch. Die Daten werden direkt in das Betriebssystem von allO übertragen.

Weitere KI-Agenten befinden sich bereits in Entwicklung. Geplant sind unter anderem:

  • ein Inventory Agent, der Bestellungen bei Lieferanten automatisch auslöst und Warenverbräuche überwacht,
  • ein Menu Agent, der Speisekarten kanalübergreifend aktualisiert und Optimierungspotenziale bei Margen und Verkaufszahlen identifiziert.

Restaurantbetreiber wollen keine neue Software lernen. Sie wollen, dass die Arbeit erledigt wird.

Cancan Liu, Gründer und CEO allO

Ziel sei es, digitale Mitarbeitende zu entwickeln, die operative Aufgaben eigenständig übernehmen.

Bislang vernachlässigter Markt

Zum Start konzentrierte sich allO insbesondere auf Restaurants mit internationaler Küche. Nach Angaben des Unternehmens machen diese rund 70 Prozent aller Restaurants in Deutschland aus, wurden von traditionellen Softwareanbietern jedoch lange vernachlässigt. Viele bestehende Systeme seien nicht für mehrsprachige Teams, komplexe Speisekartenstrukturen oder die gleichzeitige Steuerung von Vor-Ort-Geschäft und Lieferdiensten ausgelegt.

Inzwischen erweitert allO seinen Fokus auf weitere Gastronomiekonzepte, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen – darunter Fachkräftemangel, komplexe Betriebsabläufe und steigender Kostendruck.

Investoren sehen neue Kategorie entstehen

Für Lead-Investor Zigg Capital geht der Ansatz weit über klassische Kassensoftware hinaus. Elizabeth Chrystal, Principal bei Zigg Capital und ehemalige CFO der Restaurantkette Momofuku, sieht in allO die Grundlage für eine neue Softwarekategorie:

Während die meisten KI-Lösungen nur einen kleinen Teil der Daten eines Restaurants sehen, verfügt allO über einen ganzheitlichen Blick auf sämtliche Prozesse. Dadurch werden wirklich autonome Restaurantabläufe überhaupt erst möglich.

Elizabeth Chrystal, Principal Zigg Capital

Expansion in Europa geplant

Mit der neuen Finanzierung will allO seine Marktpräsenz in Europa ausbauen und weitere KI-Agenten auf den Markt bringen.

In der Vorstellung von allO sollen Restaurants künftig nicht mehr mit einer Vielzahl einzelner Softwarelösungen arbeiten, sondern auf ein zentrales Betriebssystem setzen, das operative Aufgaben automatisiert und Mitarbeitende entlastet. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und steigender Anforderungen an Effizienz könnte dieser Ansatz für viele Gastronomiebetriebe zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor werden.
Auch scheint das wirtschaftliche Umfeld mittlerweile deutliche Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Gäste zu haben, so dass man als Gastronom neue Wege beschreiten muss.


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